07.06.2024 – #OurStoryIsOne – Lesung, Musik, Gespräche

Unsere Geschichte ist nur die eine: 75 Jahre nach der Garantie der Religionsfreiheit im Grundgesetz und 67 Jahre nach Inkrafttreten des Gleichberechtigungsgesetzes in Deutschland gedenkt die Bahá’í-Gemeinde München der Hinrichtung von 10 Frauen im Iran, die allein wegen ihres Glaubens starben, und mahnt, in Einheit zusammenzustehen für die Verwirklichung von Religionsfreiheit und Gleichberechtigung aller Menschen.

Am 18. Juni 1983 – in diesem Monat vor 40 Jahren – wurden 10 Baháʼí-Frauen im Dunkel der Nacht auf einen Platz in Shiraz, Iran, gebracht. Nach monatelanger Folter und Inhaftierung wurden sie ohne das Wissen ihrer Familien hingerichtet. Eine von ihnen war 17 Jahre alt, die meisten waren in ihren 20ern. Ihr Verbrechen war ihr Glaube an einen Glauben, der die Gleichberechtigung der Geschlechter – die im Iran nicht existiert und kriminalisiert wird -, Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit fördert. Sie wurden eine nach der anderen gehängt und gezwungen, dem Tod der nächsten Frau beizuwohnen, um sie zu zwingen, ihrem Glauben abzuschwören. Keine tat es.



Ihre Geschichte ist jedoch noch nicht zu Ende. Es war ein Kapitel in der Geschichte der iranischen Frauen, die sich für die Gleichberechtigung aufopferten. Nach diesem tragischen Ereignis und in den folgenden vier Jahrzehnten wurden Hunderte weiterer Baháʼí-Frauen verfolgt – sie wurden sowohl als Frauen als auch als Baháʼí diskriminiert -, inhaftiert, gefoltert und hingerichtet. Baháʼí-Frauen, die in einflussreichen Positionen im Lande tätig waren, wurden entlassen, verhaftet oder getötet. Diejenigen, die am Leben blieben, wurden von Universitäten, öffentlichen Arbeitsplätzen und praktisch allen Aspekten des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen.

Heute können wir im Leid, in den Tränen und in den Wunden tausender junger Frauen im Iran, die für die Gleichberechtigung kämpfen, das Vermächtnis der zehn Frauen von Shiraz sehen, deren tragischer Tod das Leben vieler Menschen berührte. Wir sehen denselben Geist, dieselbe Entscheidung: für die Grundsätze von Gerechtigkeit und Gleichheit einzutreten, koste es, was es wolle, sogar das eigene Leben. Obwohl sie misshandelt und inhaftiert werden, opfern die Frauen von heute – genau wie die Frauen vor ihnen – mutig und freudig alles, um in einem prosperierenden Iran zu leben.

Die internationale Bahá’í-Gemeinschaft hat nun eine globale Kampagne mit dem Titel #OurStoryIsOne gestartet, um die hingerichteten Frauen und den langen Kampf für Gleichberechtigung zu ehren, den Frauen aller Glaubensrichtungen im Iran seit mehr als vier Jahrzehnten führen und der bis heute andauert. Die Kampagne soll zeigen, dass trotz der Bemühungen der iranischen Regierung, Zwietracht und Hass zwischen den Gruppen zu säen, unsere Geschichte eine gemeinsame ist. Wir sind uns einig in unserem Leid und unserer Unverwüstlichkeit, in unserer Verfolgung und unserer unerschütterlichen Kraft, die Unterdrückung zu bekämpfen und vor allem den Iran wieder aufzubauen, was auch immer dafür nötig sein mag.

Schließen Sie sich uns an, um nicht nur den Jahrestag dieser 10 Frauen zu würdigen, sondern ihn als Gelegenheit zu nutzen, alle Frauen zu ehren, die durch ihr Leiden zum Aufbau eines besseren Irans beigetragen haben, um zu sagen, dass unsere Geschichte eine gemeinsame ist und dass wir durch unsere Einigkeit die Unterdrückung bekämpfen werden.

Wir stellen das Schicksal der vor 40 Jahren hingerichteten Frauen in einer Lesung vor und gedenken mit Musik und Gesprächen den Frauen aller Glaubensrichtungen im Iran, die den langen Kampf für Gleichberechtigung seit mehr als vier Jahrzehnten führen.

Einlass: 18:30 Uhr
Eintritt frei

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