Spiritueller Impuls – Bahá’í

Das Zeichen des Verstandes ist Kontemplation, und das Zeichen der Kontemplation ist Stille

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Gebet und Meditation werden oft gemeinsam als die wichtigsten Voraussetzungen für das geistige Wachstum genannt. In den Schriften Bahá’u’lláhs, des Stifters der Bahá’í Religion, finden wir verschiedene Aussagen dazu:

Versenkt euch in das Meer Meiner Worte, damit ihr seine Geheimnisse ergründet und alle Perlen der Weisheit entdecket, die in seinen Tiefen verborgen liegen.“(Kitáb-i-Aqdas)

…“tief muss man über die Worte nachsinnen: Eine Stunde Nachdenkens ist mehr wert als siebzig Jahre frommer Andacht.(‚Kitáb-i-Íqán‘)

‚Abdu’l-Bahá, der Sohn Bahá’u’lláhs, schrieb folgende Aussagen nieder:

Die Fähigkeit zu meditieren befreit den Menschen von der animalischen Natur, geht der Wirklichkeit der Dinge auf den Grund und verbindet den Menschen mit Gott.(Ansprachen in Paris)

Es gibt Gedanken, die für den Menschen nutzlos sind: Sie gleichen Meereswogen, welche branden, ohne dass etwas geschieht. Aber wenn die Fähigkeit des Meditierens vom inneren Licht durchdrungen und mit göttlichen Attributen gekennzeichnet ist, werden die Ergebnisse Bestätigung finden… (Ansprachen in Paris) Lasst uns deshalb diese Fähigkeit richtig lenken, sie der himmlischen Sonne und nicht irdischen Dingen zuwenden, damit wir die Geheimnisse des Königreiches entdecken und die Gleichnisse der Bibel sowie die Mysterien des Geistes verstehen.(Göttliche Lebenskunst)

So hat Bahá’u’lláh keine spezifischen Techniken genannt, die beim Meditieren befolgt werden sollen, und dem einzelnen Gläubigen steht es frei, auf diesem Gebiet so vorzugehen, wie er möchte. Meditation ist eine spirituelle Fähigkeit, die kultiviert und diszipliniert werden muss, um die Begabung aufzubauen, dieses Gespräch mit dem eigenen Geist oder Gott zu führen.

Der Geist des Menschen erhält Kenntnisse und neue Kraft durch die Meditation. Durch sie werden Dinge, von denen der Mensch nichts wusste, vor seinen Augen ausgebreitet. Durch sie empfängt er göttliche Eingebung, durch sie erhält er himmlische Nahrung.
(‚Abdu’l-Bahá, Ansprachen in Paris)

Es ist eine Grundtatsache, dass man während des Meditierens mit der eigenen Seele spricht. In diesem Gemütszustand kann man an seine Seele bestimmte Fragen richten und die Seele gibt Antwort: Das Licht bricht hervor und die Wirklichkeit enthüllt sich.“ (‚Abdu’l-Bahá in London)

Meditation im Bahá’í -Sinne bedeutet also „tiefes Nachdenken in Stille“ und fokussiert sich auf das Wort Gottes. Wir laden Sie nun sehr herzlich ein, im Monat Oktober mit uns zu meditieren!

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04. Oktober: Einheit der Menschheit

11. Oktober: Ein Gott – warum so viele Boten?

18. Oktober: Der Sinn des Lebens

25. Oktober: Tugenden, aufgezeigt am Beispiel ‚Abdu’l-Bahás