Am 18. Januar feierte das Haus der Kulturen und Religionen München in Kooperation mit dem Erzbischöflichen Ordinariat und mit Unterstützung des Dekanats München-Mitte den Weltreligionstag in der ehemaligen Karmeliterkirche. Die Veranstaltung war bewusst als ein experimentelles Format angelegt – und wurde zu einem eindrucksvollen Tag der Begegnung,
Kreativität und des Dialogs.

Im Zentrum stand das Kunstprojekt von Edveta Wimmer, das die Teilnehmenden unmittelbar einbezog. Sieben leere Leinwände luden dazu ein, sich in kleinen Gruppen auf einen gemeinschaftlichen kreativen Prozess einzulassen – ohne vorgefertigtes Ziel, offen für Überraschungen. So entstand aus vielen einzelnen Beiträgen eine sichtbare Vielfalt, die sich zu einem gemeinsamen Ganzen verband. Genau darin spiegelte sich das Motto des diesjährigen Weltreligionstages wider: „Einheit durch Vielfalt“. Vielfalt nicht nur auszuhalten, sondern zu feiern – und darin verbindende Gemeinsamkeiten zu entdecken.

Ergänzt wurde das Kunstprojekt durch einen „Open Space“, in dem sich verschiedene Religionsgemeinschaften präsentieren und miteinander ins Gespräch kommen konnten. Diese Möglichkeit wurde intensiv genutzt: Es wurde gefragt, erzählt, zugehört und diskutiert – Begegnungen auf Augenhöhe, die den Geist des Tages prägten.

Ein besonderer Höhepunkt war der abschließende Teil des Kunstprojekts, der von Musik begleitet wurde. Pascale Brehm (Klavier) und Michael Magg (Querflöte) schufen mit Werken von Bach, Rachmaninoff, Fauré, Piazzolla u.a. einen Raum für kontemplatives Malen oder stilles Zuhören. Die Musik erfüllte den Kirchenraum und ermöglichte eine gemeinsame Erfahrung, die jede und jeder ganz individuell gestaltete.

Im anschließenden Austausch der „Künstlerinnen und Künstler“ wurde deutlich: Es ging nicht um das perfekte Bild, sondern um die Erfahrung des gemeinsamen kreativen Schaffens – und darum, sich überraschen zu lassen von dem, was sich ausdrücken wollte.
Die Veranstaltung war von Anfang bis zum Ende sehr gut besucht; schätzungsweise 70 bis 100 Menschen nahmen teil. Abgerundet wurde der Tag durch ein geselliges Buffet, das Raum für weitere Gespräche bot. Besonders gefreut haben wir uns über die Grußworte von Stadtrat Delija Balidemaj und Dekanatsreferentin Frau Clara Schönfelder sowie über die Anwesenheit der Landtagsabgeordneten Frau Katja Weitzel und weiterer Stadträtinnen und Stadträte.

Der Weltreligionstag in der Karmeliterkirche war zugleich ein inspirierender Vorgeschmack auf unser großes Ziel:
Wir wollen in München ein echtes Haus errichten, in dem Menschen verschiedener Kulturen und Religionen dauerhaft zusammen leben, lernen und feiern können. Um diese Vision eines sichtbaren Ortes der Begegnung zu verwirklichen, brauchen wir dich. Ob bei der Suche nach geeigneten Räumen für unser geplantes Café Ginkgo, durch ehrenamtliche Mitarbeit in der Programmplanung oder durch eine Spende – jeder Beitrag zählt. Werde Teil unserer Gemeinschaft und hilf uns, der „Einheit in der Vielfalt“ ein festes Dach über dem Kopf zu geben!
Insgesamt war es ein rundum gelungener Weltreligionstag – ein Tag voller inspirierender Momente, Begegnungen und gemeinsamer Erfahrungen. Wir gehen mit der Hoffnung auseinander, auch im kommenden Jahr wieder zusammenzukommen, um diesen besonderen Tag gemeinsam zu gestalten und weiterzudenken.
